Sasa Dango


Einen Tag vor dem Kindertag in Japan (5.Mai) in diesem Jahr haben meine Tochter und ich mit meinem Freund Sasadango (süße Bambusknödel) gemacht, eine Spezialität der Präfektur Niigata. Wir fanden frische Bambusblätter in einem Asialaden in Berlin, und wir hatten auch Joshin-Mehl (Reismehl), Shiratama-Mehl (Klebreis-Mehl) und Yomogi-Pulver (japanisches Beifuß-Pulver), dann haben wir sie gemacht.

Sasadango und Chimaki (gedämpfter Klebreis, der in Bambusblätter gewickelt und in Dreiecksform gebracht wird) sind zwei der beliebtesten Süßigkeiten, die am Kindertag in der Präfektur Niigata gegessen werden. In anderen Präfekturen mag Kashiwa-mochi (mit jungen Eichenblättern umwickelte Mochi) verbreiteter sein, aber in meiner Heimatstadt Niigata stehen Sasadango und Chimaki zu dieser Jahreszeit oft in den Geschäften. Sasadango ist eine gedämpfte Teigtasche aus Yomogi-Reiskuchen, gefüllt mit süßer roter Bohnenpaste, die wie ein größes Bonbon in Bambusblätter eingewickelt und dann mit einer Pflanzenschnur wie Igusa (weiche Binsen) oder Suge (Seggen) umgebunden wird. Wenn man die Bambusblätter abzieht, kommt ein grüner Knödel mit leichtem Bambusgeruch zum Vorschein, und wenn man hineinbeißt, ist die Textur ein wenig hart und im Inneren befindet sich rote Bohnenpaste. Der Geschmack und Geruch ist für die Menschen in der Präfektur Niigata unvergesslich. Früher gab es in meiner Nachbarschaft einen privaten Sasadango-Laden, der nur handgemachte Sasadango verkaufte, und wenn ich an dem Laden vorbeiging, konnte ich das köstliche Aroma von dampfenden Sasadango riechen, was mich sehr glücklich machte.

Für mich war es das erste Mal, dass ich Sasadango gemacht habe, obwohl ich in Niigata aufgewachsen bin, und ich war mir nicht sicher, wie es ausfallen würde, aber es stellte sich als überraschend einfach heraus, obwohl es ein bisschen Zeit brauchte, die Knödel in den Bambusblättern zu rollen. Wir konnten keine Igusa- oder Seggenschnur bekommen, also haben wir stattdessen eine dünne Baumwollschnur verwendet. Wir verwendeten Tsubu-an (süße rote Bohnenpaste), Koshi-an (pastöse süße rote Bohnenpaste) und eine andere Art von Bohnenpaste, Walnuss-Miso-Bohnenpaste, die ich noch nie im Sasadango gesehen habe, die aber auch in Niigata eine gängige Delikatesse ist. Ich habe mein selbstgemachtes Miso verwendet. Das Ergebnis war ein großer Erfolg! Die rote Bohnenpaste war köstlich, aber die Walnuss-Miso-Bohnenpaste war ein großer Hit. Sie ist süß und nussig, so dass auch diejenigen, die keine rote Bohnenpaste mögen, sie essen können.

Übrigens, wenn Sie den Sasadango essen, sollten Sie die Bambusblätter nicht komplett bis zum Ende schälen. In Niigata schälen die Leute die Bambusblätter eines nach dem anderen von oben ab, genau wie beim Schälen einer Banane, und beißen hinein. Dann kann man es sauber essen, ohne sich die Hände schmutzig zu machen, und wenn man am Ende des Essens die Bambusblätter mit der Schnur aus der Verpackung zusammenbindet, hält das das Durcheinander zusammen und sorgt für einen sauberen Abschluss.

Der Niigata Chimaki unterscheidet sich von dem typischen chinesischen oder anderen Chimaki. Es wird durch Dämpfen von Klebreis in einem dreieckig gefalteten Bambusblatt, das mit einer Schnur zusammengebunden ist, hergestellt. Der klebrige Reis hat いsicht gewürzt. Der gedämpfte Klebreis wird mit süßem Sojabohnenpulver (Kinako) serviert. Die Kombination aus der weichen, dreieckigen Form des Klebreises und dem Sojabohnenpulver verleiht dem Knödel einen sehr sanften Geschmack.

Das Essen von Sasadango in Berlin brachte Erinnerungen an das Essen als Kind im fernen Niigata zurück. In diesem Jahr waren wir berührt von der warmen Weisheit der alten Leute, die natürliche Bambusblätter und Igusa-Schnüre zum Rollen und Dämpfen der Knödel verwendeten, und von der Freude, sie mit unseren Händen herstellen zu lernen.